Wir verlassen unseren ersten Stellplatz in Norwegen im kleinen Wald am Fjord und planen den anstehenden Tag. Für die kommenden Tage wollen wir einen Campingplatz anfahren, da Niklas montags bis mittwochs arbeitet. Zu Beginn der Reise soll es keine blöden Zufälle geben, weshalb wir glauben, auf einem Campingplatz sei das WLAN ausreichend gut (wir sollen später noch eines Besseren belehrt werden).

Um zügig in den Norden zu kommen, planen wir vorerst keine Städtetrips, aber ein wenig Sightseeing soll es dann doch sein. Weil er auf dem Weg liegt und wir uns noch unwohl dabei fühlen den Camper in einer Großstadt alleine zu lassen, wollen wir uns den Holmenkollbakken ansehen. Die Sprunganlage liegt etwas außerhalb des Stadtkerns Oslos und verfügt über mehrere Parkplätzen.
Der Holmenkollbakken ist die älteste Sprunganlage der Welt und ist ganz schön beeindruckend. Für 140NOK / Person hat man Eintritt zum Skimuseum und zum Lift auf die Springanlage. Was uns allerdings abschreckt ist die Tatsache, dass Hunde nicht erlaubt sind. Wir finden es ziemlich blöde, nicht zusammen alles erkunden zu können und sparen uns das Geld. Dafür kaufen wir uns 4 (teure aber ganz schön leckere) Plunder und schauen uns die Anlage vom Fuße an. Ab und an kommen kreischende Menschen über die Zipline reingeflogen, sehr unterhaltsam.

Blick auf Holmenkollbakken
Der Holmenkollbakken

Wir verlassen die Sprunganlage und fahren entlang der 4 durch die traumhafte Landschaft Norwegens.
Nach knappen 1,5h verlassen wir die Hauptstraße und fahren für die restlichen 30 Minuten die Fv34 zum Lyngstrand Camping, immer neben dem Randsfjord her. Wir checken ein und freuen uns tierisch über den freien Platz am Wasser.

Camper auf dem Stellplatz am Fjord
Unser Stellplatz auf dem Lyngstrand Campingplatz

Am ersten Abend gönnen wir uns das erste norwegische Bier für 80NOK/0,5L, teilen uns eine riesige Pizza und schauen das WM-Finale der Frauen (Deutschland gegen England).

Um den Campingplatz herum gibt es keine Wanderwege, die zu Fuß zu erreichen sind, es passiert an den folgenden Tagen also nicht viel, außer arbeiten (Niklas) und Wäsche waschen (Kim).

Wir haben vorsichtshalbar bis Donnerstag eingechecked, obwohl Niklas mittwochs nur noch halbtags arbeitet, aber so konnten wir den Mittwoch noch nutzen, um die Gegend zu erkunden.
Wir fahren mit dem Auto zu einem nahegelegenden Wanderparkplatz bei Hov, von dem wir uns auf eine knapp zweistündige Wanderung über 7km aufmachen.

kleiner Wasserfall
kleiner Wasserfall entlang der Wanderroute

Nach der kleinen Wanderung kaufen wir noch schnell für die nächsten Tage ein und fahren zurück zum Campingplatz, um alles abfahrbereit zu machen.

Schwimmfloß am Fjord
Schwimmfloß wie man sie in Skandinavien findet

Am 04.08. verlassen wir den Campingplatz in Nivå, um uns auf eine der schönsten Straßen Norwegens zu begeben, dem Peer Gynt Vegen. Vorher müssen wir uns aber noch um Nachschub für unsere Hündin Klara kümmern, was wir mit einem kleinen Abstecher in die süße Stadt Lillehammer verbinden wollen.
Viel hat die Stadt, die 1994 Austragungsort der Olympischen Winterspiele war, zwar nicht zu bieten, die kleine Fußgängerzone mit den bunten Häusern und dem gastfreundlichen Charme hat es uns aber sehr angetan.

Wir fahren nach dem kurzen Städtetrip noch ein kurzes Stück die E6 und biegen dann bald ab, Richtung Peer Gynt Vegen.
Für die 70km lange Straße, die größtenteils eigentlich nur aus Schotter besteht, fällt eine Gebühr von 9€ an. Was sich nach der Bomstation aber offenbart ist als wäre man auf einem anderen Planeten. Die Schotterpiste führt durch eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Wir fahren durch eine Gebirgslandschaft, mit einem endlosen Blick über das Fjell, mit vielen kleinen und großen Seen. Wir kommen aus dem Staunen nicht raus, halten hier und da an um die Umgebung wirken zu lassen und um Fotos zu machen.

Stellplatz am See
Unser Stellplatz für die Nacht

Es hilft nichts, wir brauchen einen Platz für die Nacht. Wir recherchieren schnell und entscheiden uns einfach auf dem Peer Gynt Vegen zu übernachten, um am nächsten Tag noch eine Wanderung zu starten. Es wäre zu schade einfach nur durchzufahren.
Der gewählte Stellplatz für die Nacht ist besetzt, wir finden aber einen schöneren, der einige Meter entfernt der Hauptstraße im Fjell an einem See liegt. Herrlich, diese Ruhe. Und plötzlich schüttet es wie aus Kübeln. Aufgebrachte Schafe rennen am Camper vorbei, auf der Suche nach Unterschlupf.

Fjelllandschaft
Camper inmitten der Gebirgslandschaft

Das Wetter am nächsten Morgen ist herrlich! Nach einem schnellen Frühstück suchen wir uns eine Wanderroute raus, die nicht allzu lang sein darf, wir müssen heute ja noch weiter. Wir entscheiden uns für eine Route, die uns auf einen Gipfel führt, von dem wir einen ganz guten Blick über das Fjell haben.

Nach der Wanderung fahren wir weiter und steuern den nächsten Stellplatz für die Nacht an. Wir fahren noch ein gutes Stück über den Peer Gynt Vegen und freuen uns über die Entscheidung diesen Weg eingeschlagen zu haben.
Nach einer zweistündigen Fahrt über die E6 und 15 entscheiden wir uns für einen Stellplatz direkt an der Otta. Nicht besonders schön liegt der Stellplatz direkt an der 15, aber für die Nacht ist das vollkommen okay.

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